„Warum werden meine Hundefotos nie so schön, wie die Fotos, die ich in Büchern oder Kalendern sehe? Habe ich kein Talent? Ist meine Kamera zu schlecht? Gibt’s da einen Trick? Was mache ich falsch?“ Wenn Ihnen diese Fragen bekannt vorkommen, lesen Sie weiter.
Problem 1: Der Hund
Hunde mögen viele angenehme Seiten haben – die Einsicht, dass sie für ein schönes Foto längere Zeit still und möglichst dekorativ irgendwo rumsitzen sollen geht ihnen jedoch völlig ab. Wer nun versucht, den Hund durch immer strengere Kommandos in die gewünschte Position zu bringen und zu halten, wird zwei Dinge erreichen: Fotos von einem genervten Hund, dem man das auch ansieht, und einen Vierbeiner, der zukünftig schon den „Kaffee auf hat“, wenn irgendwer eine Kamera auspackt und damit auf ihn „zielt“.
Um das zu vermeiden sollte man darauf achten, dass man die Situation für den Hund so angenehm wie möglich gestaltet: den Hund nicht zu lange ohne Pause nerven, ihn zwischendurch belohnen und loben, nicht wirklich Unangenehmes verlangen. Die meisten Hunde mögen es übrigens auch nicht, wenn sie aus zu kurzer Distanz mit dem Kameraobjektiv „angestarrt“ werden, denn unter Hunden gilt das direkte Anstarren als unhöflich, aufdringlich – gerade wenn ein Hund die Kamera noch nicht gewohnt ist wird häufig die Folge sein, dass er den Blick abwendet. Schon allein aus diesem Grund ist der Einsatz längerer Brennweiten oft sinnvoll, was uns gleich zum nächsten Thema bringt …
Die Technik – vollauto„magisch“ kompliziert
Brennweite, Blende, Verschlusszeit, Fokus, Schärfentiefe, Blitz ... alles viel zu kompliziert, wozu kann die Kamera das alles vollautomatisch? Nun, wenn man sich auf die Vollautomatik der Kamera verlässt, wird man im Durchschnitt ordentliche Bilder produzieren – aber eben auch nur durchschnittliche Fotos. Die Automatikfunktionen moderner Kameras sind bequem, um dem Fotografen einiges an Routinearbeit abzunehmen, aber sie können weder das Verständnis um die grundlegenden Zusammenhänge ersetzen noch wissen, welche Bildidee der Fotograf hat. Der Platz reicht hier nicht aus, diese Zusammenhänge im Detail darzustellen, aber gerade zu diesen Grundlagen gibt es jede Menge auch für Einsteiger geeignete Literatur (empfehlenswert und kostenlos: www.fotolehrgang.de).
Auch der Einzug der Digitaltechnik ändert daran nichts, bietet hingegen neue Möglichkeiten (wie die direkte Kontrolle des gemachten Bildes nach der Aufnahme), Risiken (Digitalkameras verführen leicht zum planlosen „Drauflosknipsen“) und auch neue Dinge, die gelernt und verstanden werden
wollen – allein schon der Umgang mit dem Computer und der digitalen Bildverarbeitung ist ein äußerst umfangreiches Feld, das ungeahnte Möglichkeiten bietet, seine Bilder zu verbessern oder aber auch das eigentliche Fotografieren über sinn- und ziellose Spielerei am PC völlig zu vernachlässigen.
Die Aufnahme – 1001 Möglichkeiten
Es gibt kein Patentrezept für eine gute Bildgestaltung – dazu es gibt es zu viele Möglichkeiten, ein Motiv im Bild festzuhalten, und nur die eigene Kreativität setzt Grenzen. Dennoch sollte man – gerade am Anfang – darauf achten, einige der grundlegendsten Regeln zu beachten:
Ein Teleobjektiv bringt übrigens nebenbei auch noch die Forderung „formatfüllend fotografieren“ und „dem Hund nicht zu dicht auf den Leib rücken“ unter einen Hut.
Wenn man um diese Regeln weiß, kann man daran gehen, mit ihnen bewusst zu experimentieren: Wenn man mit einem Weitwinkelobjektiv ganz nahe ans Motiv herangeht, wirkt der Raum übersteigert, das Nahe sehr groß und das Ferne sehr klein. Wenn man einen Hund aus der Froschperspektive forografiert, wirkt er riesig, majestätisch – oder albern.
Da fast alle heute erhältlichen Kameras mit einem Zoomobjektiv ausgestattet sind, können Sie schon mit relativ preiswerten Kameras all diese Dinge ausprobieren und lernen (Allerdings ist es mit kompakten Digitalkameras nur sehr schwer möglich, den Hintergrund unscharf erscheinen zu lassen – die sogenannte Tiefenschärfe ist aufgrund der kleinen Aufnahmechips meist zu groß).
Alles zusammen
Motiv, Technik, Bildgestaltung ... Sie sehen, dass viele Faktoren stimmen müssen, um ein schönes Foto zu machen, wobei dieser kurze Artikel naturgemäß nur an der Oberfläche kratzt und kein Lehrbuch oder gar Fotoseminar ersetzen kann. Wichtig ist: seien Sie kritisch gegenüber Ihren Bildern, überlegen Sie, „Was gefällt mir? Was kann ich besser machen?“ – aber lassen Sie sich nicht entmutigen! Wenn dieser Text es geschafft hat, Ihnen ein paar neue Denkanstöße, einen „Schubs“ in die richtige Richtung zu geben, würde uns das schon sehr freuen.
© Kirsten Demski & Wolfgang Krietsch, www.hund-im-licht.de
Ausgabe 09/2011
Neuerscheinungen
Infos über lohnende Buch- und DVD-Neuerscheinungen aus dem In- und Ausland
Weitere Infos ...
Mit freundlicher Genehmigung von Cairn-Energie